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07 Nov

Erfolgreiche Geiselbefreiung im Landratsamt Pfaffenhofen

„Dank des umsichtigen und konsequenten Eingreifens unserer Polizeikräfte konnte die dramatische Geiselnahme im Landratsamt Pfaffenhofen erfolgreich beendet werden. Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten vor Ort haben die gefährliche Situation gottseidank souverän gemeistert!“ Mit diesen Worten brachte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann seine Erleichterung über den gelungenen Einsatz und seinen Dank an die Einsatzleiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord und an die eingesetzten Polizeikräfte zum Ausdruck.

Wie Herrmann mitteilte, konnte der Täter, der eine Mitarbeiterin des Landratsamts im Amtsgebäude mit einem Messer bedroht und über mehrere Stunden in seiner Gewalt gehalten hatte, durch Spezialeinheiten und den Einsatz eines Distanz-Elektroimpulsgerätes, auch ‚Taser‘ genannt, überwältigt werden. Herrmann: „Die heutige Geiselnahme hat erneut unter Beweis gestellt, dass der Einsatz von ‚Tasern‘ in bestimmten Situation eine sehr sinnvolle Ergänzung zu den schon jetzt vorhandenen Einsatzmitteln der Bayerischen Polizei ist.“ Herrmann kündigte an, dass nach dem Pfaffenhofener Einsatz genau analysiert werde, inwieweit die bislang getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Behörden und ihrer Mitarbeiter ausreichen.

Am Einsatz beteiligt waren laut Herrmann mehr als 300 Beamtinnen und Beamte der Bayerischen Polizei, darunter mehr als 100 Kräfte der Polizeiinspektion Spezialeinheiten und ein Team der sogenannten Verhandlungsgruppe, die auf Verhandlungen mit Geiselnehmern spezialisiert ist. Herrmanns Fazit: „Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften und kühlem Kopf ist die brenzlige Situation zum Glück unblutig beendet worden.“

Herrmann hatte heute bereits bei einem lange geplanten Pressetermin in Nürnberg angekündigt, dass neben den Spezialeinheiten im Rahmen eines einjährigen Pilotversuchs die Unterstützungskommandos bei der Bereitschaftspolizei und bei den Polizeipräsidien München und Mittelfranken mit ‚Tasern‘ ausgestattet werden sollen. Nach den Worten des Innenministers ebenfalls miteingebunden werden die Einsatzzüge in Aschaffenburg, Kempten, Regensburg und Straubing. Der Pilotversuch soll laut Herrmann Mitte 2018 starten. Eine Ausrüstung des normalen Wach- und Streifendiensts ist laut Herrmann dagegen nicht vorgesehen. „Der heutige Einsatz hat auf leider sehr dramatische Weise bewiesen, dass wir uns seit längerem zu Recht mit der Ausweitung des ‚Taser‘-Einsatzes beschäftigen“, so Herrmann.

Mit Blick auf mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Behörden und Behördenmitarbeitern sagte Herrmann: „Wir sind dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch dem der Bürgerinnen und Bürger, die in unsere Ämter kommen, verpflichtet. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen: Wir wollen uns den Menschen gegenüber offen und zugänglich zeigen. Unsere Behörden dürfen daher nicht zu Festungen werden.“

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