08 Mrz

Ermittlungen gegen Mitglieder des Underground-Economy Forums „crimenetwork.biz“

Die Generalstaatsanwaltschaften Bamberg, Frankfurt am Main und Koblenz sowie die Staatsanwaltschaften Köln, Osnabrück, Saarbrücken, Stuttgart und Verden (Aller) führen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und den Landeskriminalämtern Baden Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen Anhalt und Schleswig-Holstein in einer gemeinsamen Bund-Länder-Gruppe umfangreiche Ermittlungen gegen führende Mitglieder des Underground-Economy-Forums „crimenetwork.biz“. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, über dieses inzwischen abgeschaltete Forum mit illegalen Waren und Dienstleistungen gehandelt zu haben.

In den Abendstunden des 07.03.2017 durchsuchten mehr als 1000 Ermittler durch das Bundeskriminalamt koordiniert im gesamten Bundesgebiet über 120 Wohnungen und Geschäftsräume und stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, welches nun ausgewertet
wird.

Ein Novum in diesem Phänomenbereich: Erstmals arbeiteten Cyberspezialisten verschiedener Landeskriminalämter und des BKA in einer Ermittlungsgruppe im Bundeskriminalamt in Wiesbaden zusammen. Gemeinsam werteten sie in vier Monaten über eine Million Postings und private Nachrichten von mehr als 260 Usern des Underground-Economy-Forums aus. Sie identifizierten insgesamt 153 Mitglieder des Forums, elf von ihnen werden der Führungsebene zugerechnet. Die anschließenden Ermittlungen gegen die einzelnen Tatverdächtigen führen die zuständigen Polizeidienststellen in den Bundesländern.
Den elf mutmaßlichen Administratoren des Forums wird insbesondere den Tatvorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Gegen die Nutzer des Forums wird vornehmlich wegen Betruges, Computerbetruges, Datenhehlerei und Geldwäsche sowie des illegalen gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln, Arzneimitteln und Waffen ermittelt.

Bayerisches Landeskriminalamt:

Im Rahmen bundesweiter Ermittlungen gegen führende Mitglieder des inzwischen abgeschalteten Underground-Economy-Forums „crimenetwork.biz“ wurden am Abend des 07.03.2017 in Bayern 29 Wohnungen durchsucht. Das Forum diente seinen Mitgliedern ausschließlich dazu, Straftaten über das Internet zu verabreden oder zu begehen bzw. Hilfestellungen bei Straftaten zu geben. Zeitgleich wurden in 13 weiteren Bundesländern Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt.

Insoweit wird auf die heutige Pressemitteilung des Bundeskriminalamtes Bezug genommen.

Nachdem eine Vielzahl von Mitgliedern des Forums identifiziert werden konnte, wurde die Gesamtkoordination in Bayern vom Dezernat Cybercrime des Bayerischen Landeskriminalamts unter Sachleitung der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg übernommen und gemeinsam mit den örtlich zuständigen Kriminalpolizeiinspektionen fortgeführt. Den 29 in Bayern ansässigen Beschuldigten wird eine Vielzahl von Delikten vorgeworfen, u.a. Verstöße gegen das Waffengesetz, der Geldwäsche, des Ausspähens von Daten, des Computerbetruges sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Arzneimittelgesetz.

Der Vollzug der 29 Durchsuchungsbeschlüsse erfolgte durch 304 Polizeibeamte in den Präsidialbereichen Mittelfranken (3), München (6), Niederbayern (3), Oberbayern Nord (4), Oberbayern Süd (4), Oberpfalz (4), Oberfranken (4), Schwaben Nord (1). Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurde eine Vielzahl von Beweismitteln sichergestellt. Es handelte sich hierbei insbesondere um zahlreiche Computer und Mobiltelefone, Spielekonsolen, eine Vielzahl Festplatten aber auch geringe Mengen unterschiedlicher Betäubungsmittel sowie diverse Hieb-, Stich- und Schreckschusswaffen. Darüber hinaus konnten neben hochwertigen Armbanduhren, zahlreiche Gold- und Silbermünzen auch Magnetstreifenkarten (white plastics) in größerem Umfang sichergestellt werden.

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