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07 Dez

Fit hinterm Steuer – DVR empfiehlt älteren Autofahrern freiwilligen Gesundheitscheck

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Das Auto ist in Deutschland nach wie vor das beliebteste Verkehrsmittel. Rund 44,4 Millionen sind offiziell zugelassen – und laut Statistik sitzen seit Jahren auch immer mehr der Generation 65plus und älter hinterm Steuer. Die sind so mobil wie nie zuvor und von ihren Fahrkünsten auch mehr als überzeugt. Aufs Autofahren verzichten würden Ältere laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) nur, wenn ihre Gesundheit nicht mehr richtig mitspielt. Problem dabei: Nicht nur die eigenen Fahrkünste, auch der eigene Fitnesszustand wird oft völlig falsch eingeschätzt.

Immer mehr Deutsche sind besorgt und fragen sich, ob ihre Eltern oder Großeltern vielleicht nicht schon zu alt fürs Autofahren sind. Verständlicherweise, aber eigentlich ist das die falsche Frage, sagt Sven Rademacher vom DVR.

„Grundsätzlich gilt: Das Geburtsdatum sagt nichts darüber aus, ob eine Person fahrtüchtig ist. Genauso gibt es auch kein Verfallsdatum für den Führerschein. Bis zu welchem Alter man ohne Leistungseinbußen Auto fahren kann, ist individuell sehr verschieden. Klar ist aber auch: Ab einem Alter von 75 Jahren steigt das Unfallrisiko deutlich an, nicht zuletzt bedingt durch Krankheiten. Einige haben bereits mit Anfang 50 erste Sehprobleme oder ihre Reaktionsgeschwindigkeit verlangsamt sich. Andere sind hingegen noch bis ins hohe Alter topfit und können problemlos und sicher Auto fahren.“

Klarheit darüber bringt aber letzten Endes nicht die eigene, leider oft falsche, Selbsteinschätzung, sondern wirklich nur ein Besuch beim Arzt.

„Der allgemeine Gesundheitscheck beim Hausarzt, den jeder ab 35 alle zwei Jahre durchführen kann, ist sicherlich ein guter Anlass, um auch das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen. Laut unserer Umfrage machen das allerdings nur etwa 19 Prozent der über 65-jährigen Autofahrer. Dabei ist es besonders wichtig, regelmäßig Hör- und Sehvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit, Beweglichkeit sowie Herz, Leber und Nervensystem untersuchen zu lassen, um eine realistische Einschätzung der persönlichen Fahr-Fitness zu bekommen.“

Wer sich also Sorgen um die Fahrtüchtigkeit älterer Familienangehöriger macht, sollte dieses sensible Thema offen ansprechen.

„Aber fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern nutzen Sie die Gelegenheit, wenn zum Beispiel im Fernsehen ein Bericht übers Autofahren im Alter läuft. Dann ruhig, entspannt und sachlich mit den älteren Angehörigen darüber reden. Und sich auch darauf einstellen, dass Sie eventuell auf Ablehnung, Befürchtungen und Ängste stoßen. Die Botschaft im Gespräch sollte klar lauten: ‚Ich stehe hinter dir, mache mir aber auch Sorgen um dein Wohlergehen.‘ Und Sie sollten Alternativen aufzeigen, wie man im Alter auch ohne Auto mit Bus und Bahn noch mobil sein kann.“

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