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23 Mrz

Kriminalstatistik 2016 der Polizeiinspektion Schrobenhausen

Im vergangenen Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik konnte ein Straftatenrückgang um 17,4 % von 2014 auf 2015 vermeldet werden. In 2016 stiegen die registrierten Straftaten in etwa wieder genauso stark an, wie sie ein Jahr zuvor zurückgegangen waren. In 2016 wurden im Dienstbereich der Polizeiinspektion Schrobenhausen insgesamt 1066 Straftaten registriert. Dies waren 162 Straftaten bzw. 17,9% mehr als ein Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote stieg im Vergleichszeitraum von 61,1% auf 66,6% an (+5,5%). In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass insgesamt 710 Straftaten geklärt wurden. Damit belegt die Polizeiinspektion Schrobenhausen einen Spitzenplatz im Ranking innerhalb des Präsidialbereichs Oberbayern Nord. Die Aufklärungsquote liegt präsidialweit bei 64,9%.

Der überwiegende Teil der registrierten Straftaten ereignete sich in der Stadt Schrobenhausen. Hier wurden insgesamt 785 Delikte registriert. Die restlichen 281 Straftaten im Dienstbereich der PI Schrobenhausen verteilen sich auf die Gemeinden Karlskron (80), Waidhofen (68), Gachenbach (39), Aresing (38), Brunnen (33), Langenmosen (17) und Berg im Gau (6). Somit ist wieder einmal die Gemeinde Berg im Gau sicherste Gemeinde mit einer Häufigkeitszahl (HZ) von 5. Dies bedeutet, dass sich in Berg im Gau lediglich 5 Straftaten pro 1000 Einwohner ereigneten. Dahinter rangieren die Gemeinden Langenmosen (11), Aresing (14), Gachenbach und Karlskron (jeweils 16) und Waidhofen mit einer HZ von 30. In der Stadt Schrobenhausen ereigneten sich 47 Straftaten pro 1000 Einwohner.

Die im vergangenen Jahr registrierten 1066 Straftaten wurden durch insgesamt 555 Tatverdächtige begangen. Davon waren 440 Männer und 115 Frauen.

Zur Altersstruktur kann angefügt werden, dass 8 „Täter“ Kinder unter 14 Jahren waren. Diese können jedoch strafrechtlich noch nicht belangt werden. 53 Täter befanden sich im Jugendlichenalter (14-17 Jahre), 61 Tatverdächtige waren Heranwachsende (18-20 Jahre) und 433 Täter waren 21 Jahre und älter.

Von den registrierten Tatverdächten hatten 395 die deutsche und 160 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil an ermittelten Tatverdächtigen liegt damit bei ca. 28 %.

Insbesondere bei den Rohheitsdelikten spielt oftmals die Alkoholisierung die entscheidende Rolle. Von den 710 geklärten Straftaten standen in 110 Fällen die Täter mehr oder weniger unter Alkoholeinfluss. Von den 164 registrierten Körperverletzungsdelikten waren die Täter 54 mal angetrunken (32,9 %).

Im letzten Pressebericht konnte für 2015 im Bereich der Körperverletzungsdelikte ein starker Rückgang vermeldet werden. Im vergangenen Jahr (2016) stieg dieser Deliktsbereich jedoch wieder erheblich an. Die einfachen Körperverletzungen stiegen um 50 % von 80 auf 120 Delikte und die gefährlichen Körperverletzungen von 15 auf 34 Taten. Gerade in diesem Deliktsbereich waren die im Dienstbereich der PI Schrobenhausen untergebrachten Asylbewerber überproportional stark vertreten. Es handelte sich hierbei jedoch fast ausschließlich um Reibereien untereinander innerhalb der größeren Unterkünfte. Körperverletzungsdelikte zum Nachteil der einheimischen Bevölkerung durch Asylbewerber ereigneten sich so gut wie nicht. Die Aufklärungsquote im Bereich der Körperverletzungsdelikte liegt in der Regel bei 90 % und höher.

Im Bereich der Diebstahlsdelikte wurde ein Anstieg um 14,1 % von 276 Diebstählen im Jahr 2015 auf 315 Taten im vergangenen Jahr registriert. Auffallend hierbei ist, dass im vergangenen Jahr erheblich mehr „Langfinger“ beim Ladendiebstahl durch aufmerksames Personal bzw. durch den Einsatz von Ladendetektiven entdeckt wurden. Die angezeigten Ladendiebstähle stiegen von 23 auf 51 an. Eine übermäßige „Aktivität“ von Asylbewerbern in diesem Bereich ist nicht festzustellen.

Eine Steigerung im Bereich der Diebstahlsdelikte ist bei den Wohnungseinbrüchen festzustellen. Hier mussten im vergangenen Jahr 27 Einbrüche in Häuser und Wohnungen bearbeitet werden. In 9 Fällen blieb es hierbei beim Versuch, d.h. der oder die Täter gelangten nicht in das Haus oder in die Wohnung. Ein Jahr zuvor waren es noch 19 Einbrüche bzw. Einbruchsversuche. Die Taten ereignen sich nahezu ausschließlich wenn die Bewohner nicht zuhause sind.

Einen immer breiteren Raum in der polizeilichen Sachbearbeitung nehmen Betrugsdelikte und Internetkriminalität ein. Im vergangenen Jahr wurden bei der PI Schrobenhausen 111 derartige Delikte angezeigt was einer Steigerung um 18 % entspricht.

Besonders erfreulich in diesem Bereich ist die Festnahme einer 17jährigen polnischen Enkeltrickbetrügerin „auf frischer Tat“ im Dezember 2016, die kurz davor war eine Schrobenhausener Seniorin im mehrere tauschend Euro zu erleichtern. Sie sitzt nunmehr in Untersuchungshaft.

Ein Anstieg ist auch im Bereich der Rauschgiftkriminalität festzustellen. Im Dienstbereich der PI Schrobenhausen wurden im vergangenen Jahr 56 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz bearbeitet. Ein Jahr zuvor waren es 36 Taten. Zumeist handelt es sich hierbei um sogenannte weiche Drogen wie Haschisch und Marihuana.

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