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30 Mai

Sicherheitstechnik und aufmerksame Nachbarschaft verhindern über 5.300 Einbrüche in Baden-Württemberg und Bayern

einbrecher

Gemeinsam gegen Wohnungseinbruch länderübergreifend vorzugehen haben sich die Polizei in Baden-Württemberg und Bayern auf die Fahnen geschrieben. Mit einem 7-Punkte-Programm vom Juli 2015 wurden zwischen beiden Innenministerien konkrete Kooperationsschritte zur Vorbeugung und Bekämpfung des Wohnungseinbruchs vereinbart. Erste Auswertungen sämtlicher Einbrüche in 2015 zeigen die Wirksamkeit der gemeinsam intensivierten Präventionsmaßnahmen.

Insgesamt konnten in beiden Bundesländern durch mechanische und elektronische Sicherungseinrichtungen und durch aufmerksame Nachbarn 5.324 Einbrüche (BW: 2.770 / Bayern: 2.554) vereitelt werden.


Dank mechanischer Sicherungen wie einbruchhemmende Fensterbeschläge und Türschlösser scheiterten die Einbrecher in 4.403 Fällen (BW: 2.446 / Bayern: 1.957) und blieben vor verschlossenen Wohnungen. In 469 (BW: 274 / Bayern: 195) Fällen wurden die Täter von Einbruchsmeldeanlagen (Alarmanlagen) abgeschreckt oder sogar nach Alarmweiterleitung an Ort und Stelle festgenommen.

Diese eindrucksvolle Zahl von nahezu 5.000 durch Sicherungstechnik verhinderten Einbrüchen zeigt, dass es sich lohnt, in diese Technik zu investieren. Hinzu kommt, dass der Einbau aktueller Sicherungstechnik von der KfW finanziell gefördert wird.

Die Polizei in beiden Bundesländern bietet mit ihren insgesamt 68 Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen (BW: 35 / Bayern 33) einen umfassenden Bürgerservice, wenn es z.B. um den Schutz vor Einbrechern geht. Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg: „Die Polizei hat sich die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs zum Schwerpunkt gesetzt mit beachtlichen Erfolgen bei der Ermittlung und Festnahme von Tätern. Genauso wichtig ist uns aber, den Bürgerinnen und Bürger beratend zur Seite zu stehen, um Einbrüche zu verhindern. Allein in Baden-Württemberg haben wir im vergangenen Jahr bei über 21.000 kostenlosen sicherungstechnischen Beratungen unseren fachlichen Rat weitergegeben.“

Neben aller technischen Vorsorge konnten viele potentielle Opfer auch auf Nachbarn und Zeugen zählen, deren Aufmerksamkeit und Zivilcourage in insgesamt 983 Fällen (BW: 581 / Bayern: 402) einen Einbruch verhinderte und zur Festnahme von 191 Tätern (BW: 86 / Bayern: 105) führte. Trotz dieser vorbildlichen und wünschenswerten Hilfsbereitschaft dürfen sich Zeugen aber keinesfalls selbst in Gefahr bringen, sondern sollten sich eine möglichst genaue Täterbeschreibung merken und sofort die 110 der Polizei rufen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.

An folgenden Fällen kann der Erfolg nachvollziehbar dargestellt werden.

Mechanische Sicherungseinrichtungen

An einem Samstagnachmittag versuchten Einbrecher in Ellhofen (Baden-Württemberg) in ein Einfamilienhaus einzubrechen. Sie gelangten über den Garten auf die Terrasse des Hauses. Dort versuchten sie die Terrassentür aufzuhebeln. Die Täter setzten hierzu zehnmal vergeblich an. Die Bewohner hatten nach einer Beratung durch die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Heilbronn (Baden-Württemberg) ihre Terrassentüre mit einer zusätzlichen Stangenverrieglung und Bandseitensicherung nachrüsten lassen.
Auch für ein Juweliergeschäft in Mühldorf (Bayern) zahlte sich die Investition in Sicherungstechnik aus. Trotz „schweren Geschützes“ schafften es die Täter nicht, ein Loch in die Schaufensterscheibe zu schlagen. Sie mussten erfreulicherweise ohne Schmuck den Rückzug antreten.

Einbruchmeldeanlagen

Ein hohes Risiko nahm ein Täter im Bereich München auf sich, als er versuchte, in der schwindelerregenden Höhe von 6 Metern ein Fenster aufzuhebeln. Dass in dieser Höhe eine Alarmanlage installiert sein könnte, befand sich anscheinend außerhalb seiner Vorstellungskraft. Als diese jedoch anschlug, musste er hastig wieder den gefährlichen Weg nach unten antreten.

Aufmerksame Zeugen

Im Bereich Bayreuth kam es zu einem solchen Erfolg gleich in mehrfacher Ausfertigung. Nachdem aufmerksame Bewohner im Nachbargrundstück Eindringlinge festgestellt hatten, schlugen sie diese durch einfaches Zurufen in die Flucht, obwohl das Hebeln an der Terrassentür schon fast zum Erfolg geführt hatte.

Durch eine genaue Beschreibung des Fluchtautos konnte die alarmierte Polizei sofortige Fahndungsmaßnahmen einleiten und die Flüchtenden innerhalb kurzer Zeit stellen. Die Aktion war umso erfolgreicher, als sich in dem Fluchtauto gleich fünf Täter befanden.
Im August beobachtete eine aufmerksame Nachbarin im Raum Ulm (Baden-Württemberg), wie ein Einbrecher auf dem Nachbargrundstück auf das Dach des dortigen Carports kletterte. Sie konnte beobachten, wie er auf dem Balkon des Nachbarhauses versuchte, die gekippte Balkontüre aufzubrechen. Als er bemerkte, dass er beobachtet wurde, brach er seinen Einbruchsversuch ab. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen blieben leider erfolglos. Die Nachbarin hatte die Möglichkeit, den Täter beim Verlassen des Nachbargrundstückes zu fotografieren. Die Bilder werden für weitere Fahndungsmaßnahmen verwendet.

„Die Fälle zeigen eindrucksvoll, dass Sicherungstechnik, kombiniert mit richtigem Verhalten und Nachbarschaftshilfe erfolgreiche Mittel gegen Einbrecher sind“, so der Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes Robert Heimberger. Neben den aktuellen Zahlen wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Anzahl der verhinderten Einbrüche deutlich höher ist, da nicht alle Einbruchsversuche der Polizei bekannt werden.
Umfangreiche Informationen und Ratschläge zum Thema Einbruchschutz finden sie unter www.k-einbruch.de. In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die im Rahmen der Kooperation zwischen Baden-Württemberg und Bayern geplante Veranstaltung zum Tag des Einbruchschutzes am 23.10.2016 im Stadthaus Ulm hinweisen.

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