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04 Dez

Tumult in Asylunterkunft

Zu einem größeren Tumult kam es heute am späten Vormittag im Bayerischen Transitzentrum Manching/Ingolstadt (BayTMI). Am heutigen Tag fand in einem Gebäude der Unterkunft die 14-tägige Ausgabe des Taschengeldes nach dem Asylbewerberleistungsgesetz an etwa 100 wartende Personen statt.

Im Verlauf der Geldausgabe entwickelte sich aus bisher unbekannter Ursache ein Tumult unter den Wartenden. Sie versuchten gewaltsam in die Räume der Auszahlungsstelle einzudringen. Hierzu benutzten sie auch herausgehobene Sperrgitter um die mittlerweile verschlossenen Türen einzurammen.
Das Auszahlungspersonal vom Landratsamt Pfaffenhofen und die Sicherheitsdienstmitarbeiter hatten sich mittlerweile in den Büroräumen verbarrikadiert.
Um ein gewaltsames Eindringen der Menschenmenge zu verhindern wurde durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes auch Pfefferspray eingesetzt.

Die Polizei war mit insgesamt 17 Einsatzfahrzeugen, darunter auch mehrere Hundeführer, im Einsatz und konnte nach ihrem Eintreffen, die Situation schnell beruhigen.
Insgesamt wurden nach bisherigen Erkenntnissen zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und vier Bewohner der Unterkunft leicht verletzt. Am Gebäude entstand Sachschaden von etwa 500.- Euro.

Die Polizeiinspektion Ingolstadt ermittelt nun wegen Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigung.

Ursache des Tumult`s weitestgehend geklärt

Die Polizeiinspektion Ingolstadt hat nach den Vorfällen im Bayerischen Transitzentrum Manching/Ingolstadt (BayTMI) vom 29.11.2017 eine Arbeitsgruppe gebildet, um den Sachverhalt und die Hintergründe des Vorfalls in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt wie auch mit der Regierung von Oberbayern rasch aufzuklären.

Wie berichtet, war es bei der 14-tägigen Auszahlung des Taschengeldes nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu einem Tumult gekommen.
Nach einer Reihe durchgeführter Vernehmungen scheint Ursache des Tumult`s der Versuch einer 21-jährigen, schwangeren Frau zu sein, die bereits ihr Taschengeld erhalten hatte, erneut unter einem Vorwand in das Haus in dem die Taschengeldausgabe stattfand Einlass zu bekommen. Nachdem ihr aus Sicherheitsgründen das Betreten des Hauses in dem die Auszahlung stattfand verboten wurde, kam es zu einer Rangelei zwischen der Frau und dem Sicherheitsdienst, in dessen Verlauf die Frau laut zu schreien und schimpfen begann. Daraufhin solidarisierte sich die wartende Menge mit der Frau und wollte ebenfalls auf die Security-Mitarbeiter einwirken.

Aufgrund der unübersichtlichen Situation und der gewaltbereiten Stimmung wurde die Geldauszahlung unterbrochen und die Zugangstür zur Auszahlungsstelle, auch zum Schutz der Bediensteten des Landratsamtes Pfaffenhofen, geschlossen.

Daraufhin versuchte eine Menschenmenge von etwa 40 Personen gewaltsam in das Haus einzudringen. Zwei Männer benutzten hierbei herausgehobene Sperrgitter als Rammbock. Durch einen weiteren Mann wurde mit einem Stein eine Fensterscheibe eingeworfen. Ein Sicherheitsdienstmitarbeiter setzte auch Pfefferspray ein.
Erst der Einsatz von einem großen Aufgebot an Polizeikräften, konnte die Situation beruhigen. Der endgültige Abschluss der Ermittlungen und die Klärung der durch die Unterkunftsbewohner und den Sicherheitsdienst gegenseitig erhobenen Vorwürfe wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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