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28 Feb

Verkehrsunfallstatistik 2016 des Polizeipräsidiums Schwaben Nord

AUGSBURG: Im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlichte das Polizeipräsidium Schwaben Nord heute (27.02.2016) die Verkehrsstatistikzahlen für das Jahr 2016. Polizeivizepräsident Norbert Zink und Polizeioberrat Ralf Bührle beleuchteten die wesentlichen Fakten und Entwicklungen des Unfallgeschehens im vergangenen Jahr für den gesamten Präsidiumsbereich. Die Gesamtzahl der von der nordschwäbischen Polizei registrierten Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr von 25.658 (2015) auf 26.230 (2016) und damit um 2,22 % gestiegen. Die Zahl der dabei verletzten Personen erhöhte sich um + 2,38 %, von 4.907 (2015) auf 5.024 (2016).

Sehr positiv ist die Entwicklung im Bereich der Verkehrstoten. Erstmalig wurde 2016 der niedrigste Stand seit Statistikbeginn verzeichnet, nämlich 30 Verkehrstote gegenüber 42 Toten aus dem Jahr 2015. 20 dieser Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen (Staats- und Kreisstraßen), 4 auf Gemeindestraßen, 3 auf Bundesstraßen und 3 auf der Autobahn.

Überblick Stadt Augsburg und Landkreise (in Klammern 2015):

2016 2015 Zu-/Abnahme
Stadt Augsburg: Verkehrsunfälle insgesamt
Verletzte
Getötete
10.621
1.872
2
10.078
1.812
5
+ 5,38 %
+ 3,31 %
– 60,00 %
Landkreis Augsburg: Verkehrsunfälle insgesamt
Verletzte
Getötete
6.075
1.222
10
6.164
1.231
14
– 1,44 %
– 0,73 %
– 28,57 %
Landkreis AIC-FDB: Verkehrsunfälle insgesamt
Verletzte
Getötete
3.599
786
7
3.619
710
5
– 0,55 %
+ 10,70 %
+ 40,00 %
Landkreis DLG: Verkehrsunfälle insgesamt
Verletzte
Getötete
2.232
501
4
2.126
421
9
+ 4,98 %
+ 11,08 %
-55,56 %
Landkreis DON: Verkehrsunfälle insgesamt
Verletzte
Getötete
3.703
643
7
3.671
703
9
+ 0,87 %
– 8,53 %
– 22,22 %

 

Unfallursache Geschwindigkeit:

Betrachtet man sich die Hauptunfallursachen auf die Gesamtzahl der Unfälle bezogen, in der auch die Kleinunfälle enthalten sind, so liegt auf Platz 1 der mangelnde Sicherheitsabstand (32%), gefolgt von Fehlern beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (26%), Vorfahrtsverletzungen (16%) und an 4. Stelle die Geschwindigkeit (10%).

Betrachtet man sich die tödlichen Verkehrsunfälle, so liegt die Unfallursache Geschwindigkeit mit einem Anteil von 23 % auf Platz 1 gefolgt von den Verstößen gegen die Straßenbenutzung/Rechtsfahrgebot 15 % und der Vorfahrt 13 %.

Unfälle unter Alkoholeinfluss:
Leider musste bei den Unfällen unter Alkoholeinfluss ein Anstieg von 352 (2015) auf 361 (2016) + 2,55 % festgestellt werden. Der Anteil der dabei verletzten Personen stieg ebenfalls an, von 198 auf 213 (+ 7,57 %) und auch die Anzahl der dabei tödlich Verunglückten stieg von 3 auf 6 (+ 100 %). Somit ist auch die Unfallursache „Alkohol“ bei den schwersten Verkehrsunfällen mit 13 % leider sehr stark vertreten.
Zweiradunfälle:

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei, dass die Anzahl der Radfahrunfälle um 3,94 % zugenommen hat, von 1.372 (2015) auf 1.426 (2016). Daraus resultierte, dass auch die Anzahl der dabei verletzten Personen von um 2,62 % von 1220 (2015) auf 1.252 (2016) gestiegen ist. Sehr positiv ist, dass die Zahl der getöteten Radfahrer von 5 (2015) auf 1 (2016) zurückging. Leider war auch festzustellen, dass – wie auch im vergangenen Jahr -knapp 74% aller verletzten Radfahrer keinen Helm trugen.

Annähernd gleich blieb die Anzahl der Unfälle im Bereich des motorisierten Zweiradverkehrs. In diesem Segment ereigneten sich 2016 insgesamt 594 Unfälle, ein leichtes Plus von 0,68 % gegenüber dem Vorjahr mit 590 Unfällen. Verletzt wurden dabei 516 Personen (2015: 486) + 6,17 % und getötet wurden 7 Personen, gegenüber 9 im Jahr 2015 -22,22 %.

Ablenkung im Straßenverkehr:
Ein leider immer aktuelles Thema ist die Beeinflussung von Fahrzeuglenkern durch Ablenkung, nicht nur durch das Telefonieren, sondern speziell durch die Nutzung der besonderen Dienste wie WhatsApp oder Facebook beim Fahren. Bei einer derart intensiven Ablenkung legt ein Autofahrer, der mit 50 km/h unterwegs ist, beispielsweise in 2 Sekunden bereits 28 Meter Fahrtstrecke im „Blindflug“ zurück. Da kann es für einen Fußgänger schon zu spät sein.
Präventionsmaßnahmen:
Polizeivizepräsident Norbert Zink hob insbesondere die Präventionsarbeit der nordschwäbischen Polizei hervor. Allein im Zuständigkeitsbereich der Stadt Augsburg wurden insgesamt 662 Verkehrspräventionsveranstaltungen für Vorschulkindern bis hin zu Auszubildenden und Schulweghelfern, durchgeführt. Dabei wurden allein letztes Jahr über 15.000 Kinder und Jugendliche erreicht. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass auch 2016 kein Kind auf dem Schulweg ums Leben kam.

Fazit:

Die Auswertung der Unfallzahlen für den Bereich des Polizeipräsidiums Nordschwaben ergab:

  • Alle 20 Minuten geschieht ein Unfall.
  • Fast jede zweite Stunde wird dabei ein Mensch verletzt.
  • Etwa jeden zwölften Tag wird dabei ein Mensch getötet.

 

Polizeivizepräsident Zink äußerte sich insbesondere zum Rückgang der Verkehrstoten: „Der Rückgang der Verkehrstoten auf 30 ist zwar eine erfreuliche Entwicklung, aber kein Grund zur Freude, weil jeder Verkehrsunfall mit menschlichem Leid verbunden ist und sich viele Unfälle durch verkehrsgerechtes Verhalten vermeiden ließen!“

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