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14 Nov

Verzockt: Belgische Polizei beim illegalen Glücksspiel erwischt

Lukratives Hobby für die einen, latente Suchtgefährdung für die anderen. Das moderne Glücksspiel ist ein Milliardengeschäft, auf dem gesamten Erdball etabliert und rund um die Uhr mit Smartphone oder Tablet in die Wege geleitet. Während der überwiegende Teil der Spieler um die Gefahren weiß und das Hobby wie ein eben solches behandelt, fühlen sich vermeintlich pfiffige Casino-Enthusiasten seit jeher ermutigt, illegale Systeme oder anderweitige Betrügereien zu fokussieren.

Nicht nur Lehrer, Bäcker oder Fußballtrainer sehen sich schnell in einer Suchtspirale gefangen. Selbst Polizisten greifen gehörig daneben. In Belgien etwa stehen Beamten nun sogar unter Verdacht, personenbezogene Daten für illegales Online-Glücksspiel missbraucht zu haben. Dabei hätten ihnen seriöse Anbieter im Test 2017 mit hohen Sicherheitsvorkehrungen und schnellen Auszahlungen weitaus bessere Dienste erwiesen.

Casino-Skandal beim Antwerp Police Service
Die große Popularität des Online-Glücksspiels versteht sich von selbst. Mit nur wenigen Klicks stehen Interessierte vor einem Überangebot, können ihr Glück am fiktiven Roulette-Tisch erproben, auf den Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft tippen oder ein virtuelles Bingospiel genießen. Die Anbieter haben sich weitgehend an die zeitgemäßen Bedürfnissen angepasst. Die Portfolios sind größer als im landbasierten Casino, für Sicherheit und Seriosität garantieren die regionalen Gambling-Kommissionen, Gedanken an Garderobe oder gar Öffnungszeiten entfallen.

Dass nun ausgerechnet Polizisten negativ auffallen, ist bezeichnend. Gleich 30 Personen des Antwerp Police Service sollen über 100 Benutzerkonten erstellt haben, um dem illegalen Glücksspiel zu frönen. Anscheinend sogar während der Arbeitszeit. Besonders brisant: Polizisten, Notaren und Gerichtsmitarbeitern ist das Glücksspiel in Belgien grundsätzlich untersagt – unabhängig davon, ob sie einen Abend in der lokalen Spielbank anstreben oder den Komfort eines Online Casinos in Betracht ziehen.

Wurden Flüchtlinge erpresst?
Laut der belgischen Zeitung wurde der Betrug bei einer unabhängigen Kontrolle aufgedeckt. Die Gesetzeshüter hatten sich verdächtig gemacht, Flüchtlinge erpresst zu haben. Im Rahmen der Ermittlungen wurden Kontoauszüge eines Polizisten offengelegt, die zahlreiche Transaktionen in eine Internet-Spielbank dokumentierten. Die Summen überschritten das Monatsgehalt des Beamten um ein Vielfaches. Weitere Informationen können, so ein Polizeisprecher in Antwerpen, momentan noch nicht veröffentlicht werden. Die Ermittlungen befänden sich noch in den Kinderschuhen. Möglicherweise seien weniger Mitarbeiter betroffen als bisher angenommen.

Am Glücksspiel beteiligt hat sich der Beamte offensichtlich mit gestohlenen Identitäten. Ein Umstand, der die zu lockeren Regelungen der meisten Online Casinos offenbart. So erfolgt eine Überprüfung der personenbezogenen Daten mitunter erst bei einer Auszahlung der ergatterten Gewinne. Bis dahin könnte der Verdächtige gemütlich mit den Boni und Promotionen gezockt und sein Budget mit den kostenlosen Werbeaktionen der Anbieter aufgebessert haben. Das Spiel mit einer falschen Identität ist auch im Online Casino untersagt.

Die belgische Glücksspielkommission ermittelt
Belgien nimmt in der Europäischen Union eine Sonderstellung ein. Die staatliche Gaming Commission ist für ihre strengen Regeln bekannt, geht sogar gegen die eigenen Bürger vor. Spieler, die beim illegalen Glücksspiel erwischt werden, wurden in der Vergangenheit bereits zu Strafen in Höhe von bis zu 16.000 Euro verurteilt.

Besonders im Fokus liegen Anbieter aus dem Ausland. Sie benötigen nicht nur eine Lizenz für den belgischen Markt, sondern müssen außerdem mit einem terrestrischen Casino kooperieren. Selbst renommierte Online-Spielbanken setzen sich regelmäßig über die lokalen Regelungen hinweg, überlassen ihren Spielern, ob sie sich der potentiellen Gefahr aussetzen möchten. Eine belgische Sprachausgabe ist in der Regel implementiert.

Sind alle Online Casinos illegal?
Casino-Fans aus Deutschland können aufatmen. Der rechtliche Rahmen mag Grauzonen zulassen. Verurteilt wurden Spieler mit deutschen IPs aber noch nicht. Auch in Zukunft werden Spieler keine unangenehmen Überraschungen erleben. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen sich Online Casinos mit einer Zulassung innerhalb der EU. Dies ist beispielsweise bei Casinos aus Malta oder Gibraltar der Fall. Andernfalls ist nicht garantiert, dass die Gelder ausgezahlt oder überhaupt sicher verwahrt werden. Im Zweifelsfall raten wir zum Ausflug in eine konzessionierte Spielbank.

Ob online oder offline: Das Glücksspiel birgt Gefahren. Mehrere Millionen Menschen weltweit haben mit Spielsucht zu kämpfen – sind aber niemals allein. Beim Verdacht auf pathologisches Spielen ist es unumgänglich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Schließlich sollte das Hobby eben das bleiben: ein Hobby!

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